Die Müritz ist mit über 100 Quadratkilometern nach dem Bodensee der zweitgrößte deutsche See. Da der Bodensee aber auch zum Teil zur Schweiz und zu Österreich gehört, ist die Wasserfläche der Müritz größer als die zu Deutschland gehörige Wasserfläche des Bodensees. Das sei aber nur am Rande vermerkt, denn wir fuhren nicht an die Müritz, um geografische Exkurse zu betreiben, sondern um dort zu angeln.
Mein Kumpel und ich hatten uns ein kleines Ferienhaus nahe Waren gemietet, zu dem sogar ein Ruderboot gehörte. Wir machten uns aber erst nach unserer Ankunft bewusst, dass die Müritz doch ein recht großer See ist und Rudern eine anstrengende Verrichtung. So musste ein Außenbordmotor her. Da wir den nicht kaufen wollten, schauten wir, wo wir leihweise einen Motor bekommen konnten. Das Glück war uns hold, wir fragten beim örtlichen Angelverein nach und konnten von einem Mitglied einen Motor mieten.
Am späten Nachmittag versorgten wir uns im Geschäft für Angelzubehör mit Rotwürmern und Tauwürmern als Köder und früh am nächsten Morgen fuhren wir auf den See hinaus. Die Müritz ist mit 31 m doch recht tief, die Eiszeit hatte hier ganze Arbeit geleistet. Wir wollten einen „Barschberg“ finden. Das sind Untiefen im eigentlichen Tiefwasserbereich an deren Hängen sich die größeren Exemplare des stacheligen Räubers gewöhnlich aufhalten. Dazu war ständiges Loten notwendig. Erst nach einer knappen Stunde wurden wir fündig. In etwa 2,5 m Tiefe fanden wir eine Untiefe und warfen hier unsere Angeln aus. Lange Zeit tat sich nichts, bis ich dann den ersten Barsch fing. Mit gerade 16 cm Länge war er aber doch recht lütt und ich entließ ihn in die Freiheit. Dann verspürte mein Freund deutlich stärkeren Widerstand am anderen Ende der Schnur. Und siehe da, er konnte einen prächtigen Barsch von 35 cm und etwa 1 kg erbeuten. Gleich darauf fing er noch einen gleicher Güteklasse. Ich wurde jetzt richtiggehend neidisch. Kurz bevor wir zurückfuhren hatte auch ich Glück und konnte sogar einen Burschen von 38 cm Länge anlanden. Das war doch schon einmal ein gelungener Angeltag.
Im Laufe unseres einwöchigen Aufenthaltes fingen wir insgesamt 19 Barsche sowie einen Hecht (auf Kaulbarsch als Köderfisch) und zwei Aale. Es war ein rundum gelungener Angelurlaub, bei dem wir auch die Schönheit der Mecklenburgischen Seenplatte und speziell der Müritz genießen konnten und abends im Ferienhaus die eine oder andere Flasche Bier gemeinsam tranken.