An der Müritz

03. Februar 2011

Die Müritz ist mit über 100 Quadratkilometern nach dem Bodensee der zweitgrößte deutsche See. Da der Bodensee aber auch zum Teil zur Schweiz und zu Österreich gehört, ist die Wasserfläche der Müritz größer als die zu Deutschland gehörige Wasserfläche des Bodensees. Das sei aber nur am Rande vermerkt, denn wir fuhren nicht an die Müritz, um geografische Exkurse zu betreiben, sondern um dort zu angeln.

Mein Kumpel und ich hatten uns ein kleines Ferienhaus nahe Waren gemietet, zu dem sogar ein Ruderboot gehörte. Wir machten uns aber erst nach unserer Ankunft bewusst, dass die Müritz doch ein recht großer See ist und Rudern eine anstrengende Verrichtung. So musste ein Außenbordmotor her. Da wir den nicht kaufen wollten, schauten wir, wo wir leihweise einen Motor bekommen konnten. Das Glück war uns hold, wir fragten beim örtlichen Angelverein nach und konnten von einem Mitglied einen Motor mieten.

Am späten Nachmittag versorgten wir uns im Geschäft für Angelzubehör mit Rotwürmern und Tauwürmern als Köder und früh am nächsten Morgen fuhren wir auf den See hinaus. Die Müritz ist mit 31 m doch recht tief, die Eiszeit hatte hier ganze Arbeit geleistet. Wir wollten einen „Barschberg“ finden. Das sind Untiefen im eigentlichen Tiefwasserbereich an deren Hängen sich die größeren Exemplare des stacheligen Räubers gewöhnlich aufhalten. Dazu war ständiges Loten notwendig. Erst nach einer knappen Stunde wurden wir fündig. In etwa 2,5 m Tiefe fanden wir eine Untiefe und warfen hier unsere Angeln aus. Lange Zeit tat sich nichts, bis ich dann den ersten Barsch fing. Mit gerade 16 cm Länge war er aber doch recht lütt und ich entließ ihn in die Freiheit. Dann verspürte mein Freund deutlich stärkeren Widerstand am anderen Ende der Schnur. Und siehe da, er konnte einen prächtigen Barsch von 35 cm und etwa 1 kg erbeuten. Gleich darauf fing er noch einen gleicher Güteklasse. Ich wurde jetzt richtiggehend neidisch. Kurz bevor wir zurückfuhren hatte auch ich Glück und konnte sogar einen Burschen von 38 cm Länge anlanden. Das war doch schon einmal ein gelungener Angeltag.

Im Laufe unseres einwöchigen Aufenthaltes fingen wir insgesamt 19 Barsche sowie einen Hecht (auf Kaulbarsch als Köderfisch) und zwei Aale. Es war ein rundum gelungener Angelurlaub, bei dem wir auch die Schönheit der Mecklenburgischen Seenplatte und speziell der Müritz genießen konnten und abends im Ferienhaus die eine oder andere Flasche Bier gemeinsam tranken.

Schwerin

02. Dezember 2010

In Schwerin befindet sich der Regierungssitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern und es liegt am westlichen Rande der Mecklenburgischen Seenplatte. Der Schweriner See ist nach der Müritz der zweitgrößte See der Seenplatte. Schwerin hat knapp 100 000 Einwohner und ist somit die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands. Das architektonisch interessante Schweriner Schloss war die Keimzelle der Stadtentwicklung und ist heute das Wahrzeichen der Landeshauptstadt und gleichzeitig Sitz des mecklenburg-vorpommerschen Landtages.

Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Schwerin trotz seines Schlosses eine charakteristische Kleinstadt. Erst dann gelang die Anbindung zur Eisenbahnstrecke Hamburg-Berlin und wiederum erst im Jahre 1904 mit dem Bau des Elektrizitätswerkes gab es in der Stadt elektrisches Licht. Schon 1908 fuhr die erste elektrische Straßenbahn. Im Jahre 1913 erhielt die Stadt einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls, als der Flugzeugpionier Anthony Fokker mit seiner Firma von Berlin nach Schwerin zog und hier seine Werkhallen errichtete. Hier wurden auch die Jagdflugzeuge gebaut, die im 1. Weltkrieg vom deutschen Kaiserreich eingesetzt und u. a. von einem gewissen Manfred von Richthofen, dem „Roten Baron“, geflogen wurden. Im Jahre 1919 musste wegen der Bestimmungen des Versailler Vertrages die Herstellung von Flugzeugen eingestellt werden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Schwerin zur Hauptstadt der Provinz Mecklenburg ernannt, welche Teil der sowjetischen Besatzungszone war. In der DDR wurden im Jahre 1952 die Provinzen aufgelöst und neu in Bezirke gegliedert. Schwerin wurde wiederum Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes bevor es nach der deutschen Wiedervereinigung zur Landeshauptstadt aufstieg.

Heut sind in Schwerin das Baugewerbe, der Maschinenbau, die Kabelfertigung, die Nahrungsmittelindustrie und die Kunststoffverarbeitung ansässig. Verkehrstechnisch ist die Stadt durch die A 14 und die A 24 an das deutsche Autobahnnetz angebunden. Eine Reihe von kulturellen Einrichtungen wie Theater, Museen und Kinos haben Schwerin aus seinem Kleinstadtmilieu entschwinden lassen. Sehr schön anzuschauen ist die Silhouette der Stadt vom Schweriner See aus betrachtet und ihre örtliche Nähe zur Mecklenburgische Seenplatte macht die Stadt auch für den Tourismus interessant.